Sind Gedanken überhaupt von Bedeutung? – Do thoughts even matter? Von Judy Sedgeman

Über die vielen Jahre hinweg, in denen ich mit Menschen gearbeitet habe, die sich nach innerer Gemütsruhe sehnen, tauchen immer wieder drei Fragen auf:

  • Wenn Du erst einmal SIEHST, dass Gedanken flüchtig sind, dass alle Gedanken einfach unseren Geist passieren, solange wir nicht an ihnen haften bleiben, haben Gedanken dann überhaupt eine Bedeutung?
  • Angenommen, dass Gedanken, die unseren Geist passieren, manchmal willkürlich erscheinen, bedeutet es dann wirklich irgendetwas, zu denken, oder dass wir denken? Können wir nicht einfach in Frieden leben und alle Gedanken, egal welche erscheinen, einfach kommen und gehen lassen?
  • Sind wir wirklich die Denker, oder lediglich die Gefäße, durch die Bilder hindurch fließen, und wir erfahren die Illusion, dass wir sie denken?

Hier sind drei einfache Antworten:

(1) Wenn wir erst einmal SEHEN, dass Gedanken flüchtig sind, so übt kein bestimmter Gedanke Macht über uns aus. Die Kraft des Denkens ist unsere Kraft, unseren freien Willen bei allen Gedanken auszuüben, indem wir wählen, was wir aus ihnen machen. Wir wissen, dass alle Gedanken unseren Geist passieren und wir haben die Wahl, welche wir willkommen heißen und welchen wir erlauben, weiterzuziehen. Wir können Gedanken kommen lassen, weil wir über sie nachdenken möchten, oder wir können den Gedanken einfach erlauben, durch unseren Geist zu strömen wie kleine Wellen in einem Fluss. Wir haben unser Denken immer unter Kontrolle, auch wenn wir dies manchmal zeitweise vergessen.

 

Mit diesem Verständnis können wir uns selbst nicht unwissend im Gefängnis unserer eigenen schlimmsten Gedanken wiederfinden. Wenn mein Geist sich zum Beispiel mit negativen Gedanken über irgendetwas oder irgendjemanden in meinem Leben anfüllt, so kann ich solche Gedanken sicherlich nähren und die negativen Gefühle erfahren, die daraus resultieren und mich selbst in einen Wutanfall über etwas hineinsteigern. Aber ich kann sie auch einfach ziehen lassen, und dann werden andere Gedanken in meinem Geist auftauchen. Es liegt an mir. Wenn ich jedoch die Natur des Denkens kenne, selbst wenn ich diesen negativen Gedanken für eine Weile nachhänge, so weiß ich, dass sie verschwinden werden, sobald ich mich von ihnen abwende, sie können mich also nicht „verletzen“. Ich entscheide. Und das ist meine Freiheit; ich kann alle beliebigen Gedanken denken, so lange wie ich möchte. Mein Gefühlszustand wird mich immer wissen lassen, ob ich konstruktiv oder destruktiv denke. Aber so oder so ist es egal, denn schlussendlich vergehen alle Gedanken. Gedanken dauern nur so lange an, wie wir sie in unserem Geist festhalten.

Ohne jegliches Verständnis über die Natur des Denkens jedoch können wir uns leicht in unserem destruktivsten Denken verschrecken und verfangen und uns dann gezwungen fühlen, es zu analysieren oder zu bekämpfen, um es zu klären. Je stärker wir es versuchen, desto größer und stärker werden die Gedanken, da dieser Prozess erfordert, mehr und mehr über die Gedanken nachzudenken. Wir können stundenlang, tagelang, wochenlang, monate- und sogar jahrelang kämpfen und analysieren und niemals Frieden finden, weil wir, ohne es wahrzunehmen, in völliger Unschuld diejenigen Gedanken füttern, von denen wir uns am meisten befreien wollen. Es erscheint uns, als hätten die Gedanken die Macht, aber in Wirklichkeit missbrauchen wir unabsichtlich unsere eigene Denkkraft.

Als Antwort auf Frage (2) könnten wir einfach herumliegen und unbegrenzt wahllos Gedanken durch unseren Geist passieren lassen. Wir könnten dies einen Gemütszustand auf Urlaub nennen; wir alle tun das manchmal. Aber es liegt in unserer Natur, mit anderen und mit der Welt zu interagieren, und um das zu tun, müssen wir unser Denken in eine Richtung lenken. Wir müssen uns dazu entscheiden, über den Besuch eines Freundes nachzudenken, um die Gedanken zu sammeln, welche wir brauchen, um mit unserem Freund Vereinbarungen zu treffen und das Treffen mit ihm zu organisieren. Wir müssen uns dazu entscheiden, uns für die Wissenschaft zu interessieren und dann unser Denken auf wissenschaftliche Forschung auszurichten, damit wir einen Traum, Wissenschaftler zu werden, verfolgen können. Wir müssen bestimmte Gedanken zusammenfassen und unser Denken dazu benutzen, so ziemlich alles zu tun außer herumzulügen und Tagträumen nachzuhängen. Es scheint in der Natur der Menschheit zu liegen, neugierig und interessiert zu sein, zu denken und zu lernen, zu träumen und nach etwas zu streben. Und es liegt auch im Bereich der Fähigkeiten der Menschheit, unser Denken gegen uns zu verwenden und zu grübeln, im eigenen Fett zu schmoren und uns Sorgen zu machen, da wir den freien Willen haben, mit unserem Denken zu tun, was auch immer wir wollen. Da wir auf die Welt kommen mit dem Bewusstsein dessen, was wir tun, liegt es auch in der Natur der Menschheit zu sehen, wie Denken funktioniert und sich vorzunehmen, es weise zu benutzen und zu erkennen, wenn wir es nicht tun.

Das Einfache daran ist, dass unser Erlebnis sich mit jeder Veränderung im Denken verändert. Es ist nicht schwer, sich besser zu fühlen und mit nützlichem, konstruktivem Denken wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Sobald wir von unserem Gefühlszustand her erkennen, dass wir uns, mit Syd’s Worten, „abwärts auf einem steinigen Pfad bewegen“, wissen wir, dass alles, was wir tun müssen, ist, aufzuhören, uns auf sie zu fokussieren und ihnen zu erlauben, vorüberzugehen und dann werden wir uns auf einem anderen Kurs befinden.

Sobald wir auf diese Welt kommen, sind wir aktive Teilnehmer in der Welt der Form, dem kreativen Prozess, der reine Energie, spirituelle Energie, in unser Universum hinein transformiert. Wir mögen niemals verstehen, warum, aber es liegt an uns, zu verstehen, dass wir hier sind, dass wir voll daran beteiligt sind, dass es spannend ist, kreativ am Leben teilzunehmen und sich darauf einzulassen und dass es eine Station auf der Reise der Seele ist. Stell Dir vor! Wir sind Teil eines riesigen energetischen Prozesses, in dem Sterne entstehen und vergehen, in dem mikroskopisch kleine Organismen  ungesehen schweben und entschwinden. Es ist das Wunder ständiger universaler Schöpfung, die Bewegung des Formlosen hin zur Form und von der Form in das Formlose. Und was auch immer wir uns während unseres Anteils daran ausdenken, erscheint uns real und ist Teil der gesamten kosmischen Dynamik.

Und schließlich (3): Genau so wie wir tief im Inneren spirituelle Wesen sind, die das irdische Reich in einem Körper durchqueren, sind wir natürlich Gefäße, durch welche Denken hindurchfließt. Wenn wir niemals absichtlich einen Gedanken formen, wird die Lebensenergie dennoch in unserem Gehirn Form annehmen, solange wir in unseren Körpern lebendig sind. Aber während wir in diesem Reich ins Leben hineinwachsen und neugierig werden, zu verstehen, was wir empfinden, beginnen wir, unser eigenes Denken anzuwenden und zu entdecken, dass wir wählen können. Dies ist die Ausübung unseres freien Willens, was wir aus den Gaben des Denkens und des Bewusstseins machen, die uns nicht nur erlauben, von unserem Leben zu wissen, sondern es auch zu bewältigen.  Was wir denken ist illusionär dahingehend, dass unser Denken unsere eigenen bestimmten Gedanken formt, die für uns einzigartig sind, die vergehen, wenn unser Denken sich verändert. Gedanken erscheinen und wir fühlen das mit ihnen verbundene sensorische Erleben, aber keine zwei Menschen haben die gleichen Gedanken. So leben wir alle in einer Illusion, die wir mit unserer eigenen Vorstellungskraft erzeugen. Und dennoch agieren wir innerhalb einer gemeinsamen „Realität“, die niemand von uns jemals objektiv erkennen kann, nur durch unser eigenes Denken hindurch. Und diese Realität verändert sich auch ständig, während die Kräfte des Universums wirken. Nichts ist feststehend.

Dies ist nun die Quintessenz: Unsere eigenen Gedanken haben eine Bedeutung, weil sie unsere eigene Erfahrung in diesem Leben kreieren. Und während unseres Lebens wird unsere allgemeine Erfahrung durch Gedanken geformt. Wenn eine ganze Gemeinde unsicheres Denken annimmt, wird sie andere Entscheidungen treffen (sollen wir das Gefängnis erweitern oder einen Spielplatz bauen?) als mit sicherem Denken. Wenn eine Familie gewohnheitsmäßig in negativem, ärgerlichem Denken gefangen ist, so werden die Familienmitglieder eine ganz andere Erfahrung mit dem Leben in der gleichen Nachbarschaft machen als die nächsten Nachbarn, die voller Gefühle von Dankbarkeit, Liebe und Mitgefühl sind. In diesem Sinne, ja, Gedanken sind von Bedeutung; die Wahl, die wir darüber treffen, wie wir an unserem eigenen Denken festhalten und wie wir es anwenden, ist von Bedeutung; das allgemeine Denken, welches wir uns zu Herzen nehmen oder beiseite legen, ist von Bedeutung. Denken ist das kreative Werkzeug, das wir benutzen, um uns durch das Leben zu navigieren, und nur wir allein können unser Leben verändern, wenn wir die Richtung, in die wir uns bewegen, nicht mögen, und zwar einfach durch das Verständnis und die Veränderung der Art und Weise, wie wir an Gedanken festhalten und wie wir sie benutzen.

Aber es stimmt auch, dass Gedanken keine Bedeutung haben, da sie dahinschwinden wie Bilder in einem Kaleidoskop. Sie lösen sich auf und erlöschen, sobald sich neue Gedanken bilden; wir können nur in einer Form des Denkens festgefahren sein, wenn wir weiterhin wählen, immer wieder die gleichen Gedanken zu haben.

Wenn wir unserem Geist erlauben, zur Ruhe zu kommen, wenn wir unsere Gedanken leicht nehmen und Gedanken wegdriften lassen, sobald uns neue Gedanken begegnen, wenn wir absichtlich den Gedanken folgen, die unser Gemüt erhellen und uns inspirieren und wir uns bewusst von den Gedanken abwenden, die unser Gemüt trüben und uns deprimieren, dann fühlen wir uns im Leben ungezwungen und finden zu schönen Gefühlen.

© Judith A. Sedgeman, EdD

(übersetzt von Anne Rose Pretorius)

Das Original finden Sie hier

 

2018-08-22T08:26:19+00:00

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